"Blauzungenkrankheit - sind wir für 2008 gerüstet?"










 

 

Rund 600 Tierzüchter aus den Bereichen Schaf- Ziegen- und Rinderhaltung, folgten der Einladung von DBV, VDL und BDZ zum Forum "Blauzungenkrankheit - sind wir für 2008 gerüstet?" im ICC in Berlin.


Mit großem Interesse wurden die Vorträge und Ausführungen der Sprecher aus der Forschung (FLI), Pharmaindustrie und Politik, unter der Moderation von VDL-Vorstandsvorsitzenden Carl Lauenstein, aufgenommen.


Gerd Sonnleitner, Präsident des DBV, richtete in seiner Ansprache einen eindringlichen Appell an die Hersteller von Impfstoffen - Die Tierhalter brauchen JETZT den Impstoff!


Die Situationsberichte des Schafhalters Günter Czerkus und des Rinderhalters Wilhelm Neu aus Nordrhein-Westfalen verdeutlichten sehr eindrucksvoll, wie dramatisch die Lage und wie dringend notwendig der schnellstmögliche Einsatz einer wirksamen Impfung ist.


Von besonderem Interesse waren die Ausführungen der Pharmavertreter der Firmen Merial, Intervet und Fort Dodge, welche an einem Impfstoff gegen den in Deutschland verbreiteten Serotyp 8 der Blauzungenkrankheit arbeiten.

 

Die beiden maßgeblichen Impfstoffhersteller Merial und Intervet haben in getrennten Projekten die Arbeiten an einer Vakzine gegen den auch in Deutschland grassierenden Stamm BTV 8 der Viruserkrankung praktisch abgeschlossen.

 

Wie Dr. Carolin Schumacher vom Tierarzneimittelunternehmen Merial erklärte, ist der Impfstoff gegen die Blauzungenkrankheit fertig und funktioniert. Sowohl bei Rindern wie auch bei Schafen sei die Impfung sicher und wirksam. Man hofft, dass die Tests dies auch für Ziegen bestätigen können.

 

Die Fristen, die bis zur Bereitstellung von genügend Impfstoff entstehen, stellen jedoch ein Problem dar. Vom Auftragseingang bis zur Auslieferung vergingen üblicherweise sechs bis acht Monate. „Es wird knapp“, betonte die Wissenschaftlerin mit Blick auf das Ziel, bis zum Frühsommer, evtl. aber schon im Mai 2008, ausreichende Mengen des Impfstoffs ausliefern zu können.

 

Nach der Entwicklungsarbeit gehe es nun in die Produktion. Allerdings darf und wird die Industrie keine ungerechtfertigten Risiken beim Anschub der Impfstoffproduktion eingehen.


In der anschließenden Podiumsdiskussion mit allen Referenten konnten die Forumsteilnehmer ihre Fragen, Anregungen und Kritik zum Ausdruck bringen. Die Stimmung war teilweise gereizt, als es u.a. um die Bereitstellung des Impfstoffes ging: "Warum wird der Impfstoff erst im Mai/Juni verfügbar sein?" Diese Frage wurde von Seiten der Entwickler mit einer Gegenfrage beantwortet: "Warum verkürzen Sie nicht díe Tragzeit Ihrer Schafe?"


Die berechtigte Frage, warum z.B. England und auch Frankreich ihre Impf-Bestellungen bereits getätigt haben, Deutschland aber bisher nicht, wurde von den anwesenden Politikern leider nicht befriedigend beantwortet.

 


(26.01.08)

 

 

 








Podiumsdiskussion mit den Forums-Teilnehmern