Schafschur WM 2008 in Norwegen






v.o.n.u.:
1 - Scherbühne mit aufwendiger Technik;
2 - Teilnehmer v.l.n.r: Ina Ritter, Felix Riedel, Fred Wachsmuth, Michael Gertenbach, Dr. Kurt Ahaus, Rainer Blümelhuber;
3 - O.Just: Viele waren erstaunt über die Methode der Bankschur;
4 - Rainer Blümelhuber steigerte sich von Lauf zu Lauf
(Fotos: Michael Gertenbach)

Kiwis erneut Weltmeister

(Bericht von Michael Gertenbach)

 

Vom 02. bis 05. Oktober 2008 kämpften 50 Scherer um den Titel im saueklypping (norwegisch: Schafe scheren).

Schon vor Beginn der WM wurde mit der Teilnahme von 28 Nationen ein neuer Rekord aufgestellt. 1000 ehrenamtliche Helfer haben in 50.000 Arbeitsstunden die ersten Golden Shears in einem nicht englischsprachigen Land organisiert. Und die Norweger haben ihre Aufgabe perfekt gelöst. 50 Maschinen Scherer, 23 Blade Scherer (Blade = Handschere) und 27 Woolhandler aus 28 Nationen, das ist schon eine kleine Olympiade. Und so war auch die Stimmung bei den Teilnehmern. So waren auch Dejan Vulcovic aus Mazedonien, der über 5 Minuten für ein Schaf brauchte und seine Vorläufe abbrechen musste oder der Finne Marko Känsäla, der es mit einer elektrischen Handmaschine immerhin auf Platz 43 schaffte glücklich, dabei gewesen zu sein.

 

Das Maß aller Dinge waren dann aber wieder einmal die Kiwis (wie sich der Neuseeländer selbst nennt).

Den Titel im Scheren mit Maschine holte Paul Avery. Er brauchte für die 20 Schafe im Finale gerade einmal 15:06 Minuten. Zweiter wurde John Kirkpatrick. Beide gewannen auch das Finale im Mannschaftswettkampf. Bei den Woolhändlern gewann Sheree Alabaster vor der ehemaligen Weltmeisterin Johanne Kumeroa. Beide gewannen ebenfalls den Titel als Mannschaft. Nur im Scheren mit der Handschere (Blades) kommen die Meister aus Afrika, wo noch 70% der Schafe mit der Handschere geschoren werden. Zweliwile Hans aus Süd Afrika holte nach 1998 und 2000 seinen dritten WM Titel. Sokosele Doba aus Lesotho wurde zweiter.

 

Aus Deutschland starteten die Scherer Rainer Blümelhuber (Deutscher Meister 2007) und Ottmar Just. Jeder hatte drei Vorläufe für die Qualifikation zum Halbfinale mit 12 Scherern zu absolvieren. Im zweiten und dritten Lauf hatte Rainer Blümelhuber mit den Plätzen 19 und 20 ein super Ergebnis. Es war nur ein kleiner Fehler im ersten Lauf, der ihn am Ende auf Platz 23 zurückgeworfen hat. Bei der Bewertung der Sauberkeit war Rainer immer unter den Top 5 der Vorläufe. Rainer hat gezeigt, dass er in Topform ist und zu den besten Scherern in Europa gehört. Ottmar Just hat mit Platz 33 ebenfalls noch einige Nationen hinter sich gelassen.

 

Ina Ritter und Felix Riedel hatten im Woolhandling zwei Vorrunden zu absolvieren. Nach einem kuriosen ersten Durchgang fand sich die Weltmeisterin Johanne Kumeroa auf Platz 20 wieder, Felix Riedel stand auf Platz 11. Im zweiten Lauf erreichte die Neuseeländerin dann aber Platz zwei und damit auch das Halbfinale. Felix Riedel belegte am Ende einen sehr beachtlichen 18. Platz. Er hat damit einige Profis geschlagen, für die Woolhandling tägliches Brot ist. Ina Ritter, die es im zweiten Lauf auf den 16. Platz schaffte, hat ebenso gezeigt, dass in Zukunft auch in dieser Disziplin mit Deutschland zu rechnen ist.

 

Die Ergebnisse aller Läufe stehen auf der Internetseite des Veranstalters: www.vm2008.no

 

Fred Wachsmuth, der als aktiver Scherer bereits an 4 Weltmeisterschaften teilgenommen hat, wurde erstmals als Richter nominiert. Für Dr. Kurt Ahaus war es die 4. WM als Richter. Beide wurden vom Golden Shears World Council im Finale der Maschinen Scherer eingesetzt. Eine Ehre, die zeigt, dass sie zu den Besten gehören.

 

Die Scherer, Woolhandler und Richter haben Deutschland bei der WM sehr erfolgreich vertreten. Deutschland hat durch die stetige Teilnahme und die Erfolge auch bei den kommenden Golden Shears einen festen Platz in der großen Familie des Schersports.

 

Die nächste WM wird vom 19. bis 22. Juli 2010, in Wales (Llanelwedd, Builth Wells, Powys LD2 3SY, Wales) im Rahmen der Royal Welsh Show ausgetragen. Auch für die WM in 4 Jahren gibt es schon einen Termin. Vom 29. Februar bis 03. März 2012 geht es dann nach Masterton, Neuseeland.